Dune Part Two Review

Nach mehr als zwei Jahren und einen zwischenzeitlichen Authoren- sowie Schauspielerstreik erscheint „Dune Part Two“ diese Woche in die Kinos. Timothée Chalamet und Zendaya kehren als Paul Atreides und Chani in die Welt von Arrakis zurück zusammen mit Denis Villeneuve auf dem Regiestuhl. Ob der Film wie sein Vorgänger überzeugen kann oder sogar eine Schippe mehr drauflegen kann, erfahrt ihr in meiner Review.

Trailer

Plot

Paul und seine Mutter Jessica haben sich den Fremen angeschlossen und befinden sich auf dem Weg nach dem Norden von Arrakis, wo sich eine Heimat der Fremen befindet. Auch wenn Paul mit seinem Todestoß gegen Jamis bewiesen hat, dass er als Krieger den Fremen zu Nutze sein kann, wird er und seine Mutter weiterhin als Fremde wahrgenommen. Um ihre Verbundenheit zu den Fremen zu beweisen, muss sich zum einen Jessica in einer neuen Rolle und zum anderen besonders Paul sich in den kommen Missionen beweisen. Paul ist durch seine Lehrmeister und seinen Fähigkeiten sehr gut ausgebildet und gewinnt Stück für Stück das Vertrauen der Bevölkerung von Arrakis, die ihn immer mehr als den Messias aus einer besagten Prophezeiung sehen. Paul sieht die Rolle in der immer mehr Fremen in ihn sehen kritisch und versucht wie sein Vater mit Vernunft und vor allem mit seinem Herzen für sich zu gewinnen. Doch die Harkonnen setzen ihre Eroberungsmission mit eiserner Hand fort. Obwohl Paul mit seinen fragmentierten, unklaren Vision mögliche Ausgänge seiner Entscheidungen vorhersehen kann, steht er vor der Herausforderung den Ausgang des Kriegsverlauf zu finden, bei dem er siegreich sein Haus Atreidis recht.

Wenn das Kinoerlebnis in einer Wüste seines Gleichen sucht

Wie erwartet setzt „Dune Part Two“ unmittelbar dort an, wo der erste Teil aufgehört hat. Während der erste Teil trotz als Prologfilm durch seine erzählerische Entwicklung wirklich ereignisreich war, kann man schon sagen, dass der zweite Teile des Epos in seiner erzählerischen Dichte noch ereignissreicher, bildgewaltiger und eine gutes Stück noch spannender ist, obwohl Dune Part Two mit seiner Laufzeit von 166 Minuten gerade mal nur 11 Minute länger ist. Der gesamte Film ist in seiner erzählerischen Entwicklung dynamischer und lebendiger, da die Interaktion von Paul mit den Fremen und seiner Umwelt mehr im Vordergrund rücken. So bekommen wir erstmals Einblick in seiner Liebesbeziehung zu Chani sowie eine Entwicklung zu seiner Verbundenheit mit den Fremen. Es gibt keinen Moment bei dem man als Zuschauer Langeweilige verspürt, denn gefühlt passiert jede Minute etwas. Sei es eine Wendung des Kriegverlaufs, eine Szene die Pläne bestimmte Akteuere enthüllt oder die zwischen eitlich brachialen, bildgewaltig inszenierten Action-Set-Pieces die der Regisseur Denis Villeneuve mit seinem Kameramann Greig Fraser auf die Leinwand bringen. Dune Part Two spricht wahrlich die Blockbustersprache, die man so in den letzen 15 Jahren nur sehr selten gesehen hat. So erzeugt das Worldbilding mit den riesigen Dünen-Landschaften, der Stadtarchitektur von Nord Arrakis oder Raumschiffe eine noch größere Sogwirkung als es bereits „Dune Part One“ tat. Neben den genannten Punkten sind es aber die Themen sowie unterschiedlichen Inhalte des Filmes, die für viel Neues und Abwechslung sorgen. So wird unteranderm die Unterdrückung durch Kolonialisierung sowie Religion in einer Welt von Dune story-getrieben vertieft. Dabei Figurenkonstellation ebenfalls weiter erklärt und auch neue Akteurer innhalb des Konflikte auf und über Arrakis eingeführt.

Trotz all dem Gigantismus und der Immersion, fehlt es dem Film bei bestimmten Figuren an Zeit für eine nachvollziehbarere Charakterentwicklung, die teils etwas überhastet wirken. So wirken bestimmte Charakterwandlungen etwa holprig oder auch etwas fremd von dem wie wir sie einst im ersten Teil des Epos kenengelernt hatten. Allzu kritisch auffallen tut dies vielleicht nicht jeden direkt, da man als Zuschaer mit dem Verarbeiten der Eindrücke und all den Informationen, die man sieht, hört und spürt, beschäftigt ist. Und die Verarbeitung setzt sich auch nach dem Kinogang fort, sodass spätestens, wenn man über gewissen einflussreichen Figuren nachdenkt, erst langsam beginnt zu merken, dass eine gewissen Disbalance in Sachen Figurenentwicklung exisitert. Da merkt man, dass Denis Villeneuve wie aber auch andere Resisseure bei sehr inhaltsreichen Buchvorlagen entsprechend Prioritäten setzen bzw. Kompromisse eingehen mussten, um der Herausforderung einer bestmöglichen filmischen Adaption zu realisieren. Jedoch muss man auch sagen, dass Dune als Buchvorlage bei vielen Fans als unverfilmbar bezeichnet wird. So sei Frank Herberts Buchreiche sehr komplex und fasettenreich, was zugleich die Fanzination der Buchreihe ausmacht. Entsprechend muss man Denis Villeneuve Verfilmung auch als sein Vision und Interpretation sehen, die nicht den Anspruch hat die Buchvorlage Dune in all seiner Gänze zu adaptieren. So ist der ekologische Aspekt wie beim ersten Teil zwar vorhanden nimmt aber in Sachen Exposition keinen allzu großen Raum innerhalb des Filmes ein, sondern wird viel mehr über die Bildsprache veranschaulicht, was Denis Villeneuve sehr gut gelingt. Aber das ist an dieser Stelle meckern auf aller höchsten Niveau.

Denn aus der rein filmischer Sicht und auch Sicht eines Leihen, der die Bücher nicht gelesen hat, ist Dune Part Two eine der größten und eindruckstvollsten Blockbusterfilme (erneut) der letzten 15 Jahre, den man auch wirklich im Kino gesehen haben muss!!!

Fazit

Wie beim ersten Teil will ich an dieser Stelle gar nicht allzu viel zum langerwarteten „Dune Part Two“ verraten. Es ist wahrlich ein Blockbuster, der seines Gleichen sucht und das Kinoherz für sein einzigartiges Erlebnis aufleben lässt und dafür nicht genug gelobt werden kann. Denis Villeneuve hat es geschafft in Sachen Inszenierung noch mal eine ordentliche Schippe draufzulegen. Die Welt könnte nicht immersiver und atmosphärischer mit der Musik von Hans Zimmer sein. Man spürt sehr die Liebe zur Vorlage und mit welche Sorgfalt gemeinsam mit Greig Fraser inszeniert wurde, sodass (erneut) „Dune Part Two“ ein absolutes Kinopflichtprogramm ist. Denn dafür geht man in Kino!!!