Ersteindruck zur zweiten Staffel von „House of the Dragon“

Nachdem Rhaenyras Sohn Lucerys aus der Flucht von Shipbreaker Bay von Aemonds Drachen Vhagar erfasst wurde, erreicht der Konflikt zwischen Rhaenyra und Alicent einen neuen Höhepunkt.
Ein Konflikt, der sich so stark auf die Familien unter den Targaryens auswirkt, dass ein Bürgerkrieg unausweichlich ist.
Am 17. Juni kehren wir nach zwei Jahren zurück in die Welt von Westeros. Ich hatte bereits die Möglichkeit die ersten zwei Folgen der zweiten Staffel mir anzuschauen und einen ersten Eindruck zu machen.

 Trailer

Ein unaufhaltsamer bevorstehender Krieg

Die Handlung setzt unmitteln nach den tragischen Ereignissen über Shipbreaker Bay an. Rhaenyra (Emma D’Arcy) ist in tiefster Trauer über ihren getöteten Sohn. Während Alicent (Olivia Cooke) gemeinsam mit ihrem Vater Otto Hightower (Rhys Ifans) versuchen König Aegon (Tom Glynn-Carney) bei seiner Regentschaft weise und mit Bedacht zu beraten, um den Verlauf des bevorstehenden Krieges in die richtigen Bahnen zu lenken.

Dabei schmieden einzelne Charaktere Pläne, um die jeweilige Gegenseite so anzugreifen bzw. zu schwächen, dass der Konflikt vorzeitig beendet werden könnte und somit zu keinen Krieg vermeiden. Dabei wirkt das Handeln der Figuren aus den Charakteren heraus stets organisch und glaubwürdig. Denn nicht anders als in der Realtiät sind verfeindete Parteien immer bemüht einen möglichen Krieg bzw. unnötiges Blutvergiesen zu vermeiden.

Bei diesen Plänen werden jedoch die Führungsköpfe Game Of Thrones-typisch im Dunkeln gelassen, sodass die Handlung aus einem Geflecht aus Agenden der jeweiligen Akteure besteht und damit wie gewohnt einiges an Aufmerksamkeit des Zuschauers fordert. Obwohl es sich um eine Spin-Off-Serie handelt, bei der die Targaryens im Fokus stehen, könnte die Serie sich nicht noch mehr nach seine Vorgängerserie“Game of Thrones“ anfühlen. Die Erzählstruktur ist bei den ersten zwei Folgen stets ruhig und wie gewohnt charaktergetrieben. Tatäschlich merkt man dabei, dass die erste Staffel die Hauptaufgabe hatte, eine andere Zeit von Westeros sowie den Beziehung zwischen den vielen neuen Charakter, die sich über mehrere Jahre erstrecken, zu etablieren. Entsprechend hat auch die neue (zweite) Staffel nicht mehr den Ballast bzw. steht nicht mehr vor den Herausforderung, die sie vorher hatte.

Umso paradoxerweise ungewohnt ruhig und wechselnarm kann die Erzählgeschwindlichkeit für den einen oder anderen Zuschauer sein. Die ersten Folgen sind ähnlich bis gleich strukturiert. Die Handlung besteht in den ersten zwei Dritteln aus dem Schmieden von Plänen und damit hautpsächlich aus Dialogen, woraus die Agenden verdeutlicht werden und enden jeweils mit einen tragischen Höhepunkt. Entsprechend vermissen einige Zuschauer etwas Action, wobei der erfahrene Zuschauer und damit zu rechnen ist, dass in den kommenden sechs Folgen eine Zuspitzung der Auseinandersetzung zu erwarten ist. Hervorzuheben vor allem die schauspielerische Leistung der ersten Folgen, welche sehr viel zur Qualität der Staffel beitragen und alle Momente, indem Leid, Schmerz und Knifflichkeit zu sehen sind absolut auf den Zuschauer übertragen, sodass man immer stark investiert in die Charaktere ist, unabhängigkeit für wen man persönlich ist.

Fazit

Nach etwa zwei Jahren Abstinenz aus der Serienlandschaft, tun die ersten zwei Folgen genau das was sie tun sollen.
Zuschauer erhalten Zeit in Westeron anzukommen, sich zu orientieren und alles auf sich wirken zu lassen, sodass man den Faden bzw. Status Quo aus der ersten Staffel innerhalb von 30 Minuten relativ schnell wieder aufnehmen kann und gerne die Charaktere in ihren Handeln und Agieren verfolgt.
Die Showrunner arbeiten mit weniger Ballast und es scheint zunächst so, dass es erzählerisch in eine stringentere Richtung gehen wird, bei der zwischendurch Offenbarungen an Licht kommen, die  für viel Vorfreunde und Spannung Woche für Woche beschert und unser Fantasien für eine Eskalation anregt.